Filmrauschpalast

(Das Kino in der Kulturfabrik)

DONBASS (OmU)

DONBASS (OmU)
(Ukraine, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Rumänien, 2018, 121 Min)
R.: Sergei Loznitsa
D: Tamara Yatsenko, Ludmila Smorodina, Olesya Zhurakovskaya, Boris Kamorzin, Sergei Russkin

Der Donbass in der Ostukraine. Seit 2014 herrscht hier ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. In 13 kaleidoskopartigen, absurden Vignetten zeigt Regisseur Sergei Loznitsa ein Land, das zwischen informellen Machtstrukturen, Korruption und Fake News zerrieben wird. Eine Gruppe Schauspieler inszeniert einen TV-Beitrag über einen fingierten feindlichen Anschlag; aus Rache für einen vermeintlichen Rufmord kippt eine Politikerin Fäkalien über den Kopf eines Chefredakteurs; ein Mann führt durch eine weitverzweigte Bunkeranlage, in dem dutzende Menschen Zuflucht vor Feuerbeschuss suchen. Beschlagnahmungen, Kontrollschikanen und Prügelstrafen sind an der Tagesordnung. Der kalte Horror von Angst, Gewalt und Hysterie erfasst mehr und mehr Bereiche des Lebens und nimmt immer groteskere Züge an …
Als Eröffnungsfilm der Cannes-Nebenreihe Un Certain Regard lief Sergei Loznitsas „Donbass“ am 9. Mai, also dem Tag, der in Russland als Tag des Sieges gefeiert wird. Zufall oder nicht, eine passende Programmierung für einen schonungslosen, manchmal auch zynischen Blick auf den Krieg in der Ostukraine, in den Russland mehr oder weniger offen involviert ist, der aber ganz sicher nie mit einem Tag des Sieges gefeiert werden wird.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
13.09.18-18.09.18 Do, Sa, Mo, Di 17:45 Uhr 6 € / 5 € erm.
20.09.18-25.09.18 Do, Sa, Mo, Di 21:45Uhr 6 € / 5 € erm.
26.09.18 Mi 22:00 Uhr 6 € / 5 € erm.

COBAIN (OmU)

COBAIN (OmU)
(Niederlande, Belgien, Deutschland, 2017, 94 Min)
R: Nanouk Leopold
D: Bas Keizer, Naomi Velissariou, Maria Kraakman

Cobain hat’s nicht leicht: Nicht nur, dass seine Mutter ihn gedankenlos nach einem Typen benannt hat, der sich eine Kugel in den Kopf geschossen hat. Auch sonst hat Mia als Mutter komplett versagt. Zwar liebt sie ihren „kleinen Mann“, ist auf ihre unvergleichliche Art liebenswert verrückt und cool drauf, aber durch ihre Drogenexzesse gerät sie immer wieder außer Kontrolle. Und jetzt ist sie auch noch erneut schwanger, obwohl sie schon für Cobain nicht sorgt, der mit seinen 15 Jahren im Kinderheim lebt. Doch Cobain will seine Mutter nicht aufgeben und hält trotz allem zu ihr. Sie soll nur endlich Verantwortung für sich und das ungeborene Baby übernehmen!

„Cobain“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018 in der Generation 14plus. Der sechste Spielfilm der niederländischen Autorenfilmerin Nanouk Leopold („Brownian Movement“, „Oben ist es still“) ist eine bewegende Mutter-Sohn-Geschichte von schmerzhafter Leichtigkeit. Absolut berührend und bei aller Härte voll flirrender Lebensenergie – bis hin zu einem schier atemraubenden Finale.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
13.09.18-15.09.18 Do-Sa 20:00 Uhr 6 € / 5 € erm.
16.09.18 So 22:15 Uhr 6 € / 5 € erm.
19.09.18 Mi 17:45 Uhr 6 € / 5 € erm.
20.09.18-26.09.18 Do, Mo-Mi 18:00 Uhr 6 € / 5 € erm.

DEAD MAN (OmU)

DEAD MAN (OmU)
(USA, 1995, 121 Min, DCP)
R: Jim Jarmusch
D: Johnny Depp, Gary Farmer, Lance Henriksen

William Blake macht sich auf in den Westen, um dort eine Stelle als Buchhalter anzutreten. Doch er wird von einer Kugel getroffen. Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände sieht sich William trotz seiner schweren Verletzung gezwungen, in die Wälder zu fliehen. Der Indianer Nobody, der ihm dort begegnet, nimmt ihn unter seine Fittiche. Von eiskalten Kopfgeldjägern gehetzt, wird William nun selbst zum Outlaw und gefürchteten Killer.
Jim Jarmuschs eleganter Anti-Western mit Johnny Depp ist mit Stars wie Robert Mitchum und Iggy Pop auch in den Nebenrollen hochkarätig besetzt und erscheint nun erstmals auf Blu-ray! Seine dichte Atmosphäre wird hervorragend von Neil Youngs Kompositionen unterstrichen.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
 16.09.18 So 15:00 Uhr 6 € / 5 € erm.
 22.09.18 Sa 17:00 Uhr 6 € / 5 € erm.

GHOST DOG (OmU)

GHOST DOG (OmU)
(USA, 1999, 111 Min, 35mm)
R: Jim Jarmusch
D: Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman

Ghost Dog lebt über der Welt, unter Vögeln, in einer Hütte, die er auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes errichtet hat. Ghost Dog ist ein professioneller Killer, der im Dunkel der Nacht verschwindet und sich unbemerkt durch die Stadt bewegen kann. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenscodex der Samurai. Als Ghost Dogs Grundsätze von der verstörten Mafiasippe, die ihn gelegentlich beschäftigt, sträflich missachtet werden, reagiert er strikt im Einklang mit dem Weg des Samurai.
Nach dem Anti-Western DEAD MAN hat Independent-Ikone Jim Jarmusch erneut die Geschichte eines Killers inszeniert. Diesmal diente ihm jedoch die moderne Metropole New York als Kulisse für den Passionsweg des Mörders. Mit gewohnt altmeisterlicher Gelassenheit hat Jarmusch eine originäre Meditation über die Einsamkeit montiert.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
16.09.18 Sa 17:30 Uhr 7€ / 6 € erm.
22.09.18 Sa 19:30 Uhr 7€ / 6 € erm.

MISSION: IMPOSSIBLE

MISSION: IMPOSSIBLE
(USA, 1995, 110 min)
R: Brian De Palma
D: Tom Cruise, John Voight, Emmanuelle Béart, Jean Reno

Als eine Liste mit den Codenamen verdeckter Top-Agenten zum Verkauf angeboten wird, soll ein Team von Spezialagenten den Verräter auf frischer Tat überführen. Tom Cruise spielt den Geheimagenten Ethan Hunt, der miterleben muss, wie seine Kollegen bei einem Einsatz zu Tode kommen. Bei einem Treffen mit seinem Kontaktmann der CIA erkennt Hunt, dass hinter der Mission ein perfides Doppelspiel steckt. Da er der einzige Überlebende ist, wird ihm die Schuld am Tod seines Teams angehängt. Um seine Unschuld zu beweisen, muss Hunt den wahren Maulwurf finden ..

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
19.09.18 Mi 19:30 Uhr 7 € / 6 € erm.
23.09.18 So 17:30 Uhr 7 € / 6 € erm.

SHUT UP AND PLAY THE PIANO (OmU)

SHUT UP AND PLAY THE PIANO (OmU)
(Deutschland, Großbritannien, 2018, 82 Min)
R: Philipp Jedicke

Chilly Gonzales ist ein echtes Multitalent: Musiker, Komiker und Entertainer. Philipp Jedicke zeigt ihn als unruhigen Geist, dessen Experimentierfreude nur von seiner Kreativität übertroffen wird, als Vollblutkünstler, der viele Rollen spielt und alles andere als authentisch sein will. Auch wenn das Biopic fast nur von seiner musikalischen Karriere erzählt und wenig über Chilly Gonzales‘ Privatleben, ist die unterhaltsame Dokumentation sehenswert, vor allem für Musikinteressierte.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
20.9.18-26.9.18 Do, Mo, Di 20:00 Uhr 6 € / 5 € erm.
21.9.18 Fr 19:30 Uhr 6 € / 5 € erm.
22.9.18 Sa 15:00 Uhr 6 € / 5 € erm.

EIN ABEND MIT UND VON JAN SOLDAT

EIN ABEND MIT UND VON JAN SOLDAT

Jan Soldat gehört zu den interessantesten deutschen Dokumentaristen der Gegenwart. Er porträtiert Menschen, die sich sexuell abseits gesellschaftlicher Normen verorten. Damit richtet er seinen Blick auf Themen, die in unsere Gesellschaft tabuisiert werden und sich an einer sozialen Schamgrenze bewegen. Seine mutigen Stoffe folgen jedoch nicht, wie man zuerst denken könnte, dem Pfad von Provokation, Spektakel oder Außenseitertum. Der Filmemacher nutzt den Film als Medium, Sexualität, menschliche Beziehungen und Körper sowie Leidenschaft in ihren verschiedensten Formen zu entdecken – und auf diese Weise einen anderen Blick darauf zu werfen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. So werden Jan Soldats Filme zu einem Ort der Auseinandersetzung. Ein sich Verhalten zu einem Menschen, der einen unverstellten Blick offenbart. Miteinander. Neugierig. Sein. Das sind zweifellos Eckpunkte Soldats dokumentarischen Arbeiten, die in den letzten Jahren zum besonders sichtbaren Schwerpunkt seines Wirkens wurden. Über rund 40 Kurzspielfilme und Dokumentarfilme hinweg hat sich der Filmemacher immer deutlicher fokussiert, immer klarer fotografiert und montiert. Statische Kadrierungen des Bilds sind schon früh ein wichtiger Teil von Jan Soldats Arrangements, provozieren einen Gestus des konzentrierten Sehens und sind zweifelsohne zu einem Erkennungsmerkmal geworden. ­Das fiktionale Inszenieren rückt dabei nach und nach zunehmend in den Hintergrund. Und doch fühlen sich alle Spuren in Jan Soldats Arbeiten komplementär an, markieren Etappen einer Reise, Annäherungen an einen Modus.

Der Filmrauschpalast hat Jan Soldat eingeladen einen ganzen Abend seine verschiedenen Filme zu präsentieren, es wird die Möglichkeit geben zu diskutieren, Fragen zu stellen und das Werk von diesem besonderen Filmemacher kennenzulernen oder daran Neues zu entdecken.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
23.09.18 So 20:00 Uhr 6 € / 5 € erm.

SPECIAL SCREENING MIT FILMGESPRÄCH: HAMBURGER GITTER

SPECIAL SCREENING MIT FILMGESPRÄCH: HAMBURGER GITTER
(Deutschland, 2018, 76 Min)
R: Marco Heinig, Steffen Maurer, Luise Burchard, Luca Vogel

170 Ermittler arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstranten und Menschen, die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurück zu gewinnen.

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Umgang mit den Protesten und die staatliche Sicherheitspolitik. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit spielen in den Betrachtungen eine ebenso große Rolle wie die Veränderung der polizeilichen Strategien. Konnten während der Proteste Grundrechte außer Kraft gesetzt werden? Gibt es in der Judikative und Legislative Akteure und Überzeugungen, welche auf gewaltsame Proteste anders reagieren als in der Vergangenheit? Welche Methoden der „Ausnahmesituation G20″ in Hamburg könnten zur Normalität werden?

Dem sind wir nachgegangen, indem wir die relevanten Geschehnisse nachzeichneten, mit Betroffenen auf beiden Seiten sprachen und Experten zu Protestgeschichte, Grundrechten, Sicherheitspolitik und der politischen Gesamtsituation befragten.

Datum Tag(e) Beginn Eintritt
26.09.2018 Mi 20:00 Uhr 6 € / 5 € erm.