Noch mehr als schwule Männer liebte Rosa von Praunheim bekanntermaßen ältere Frauen – zumindest vor der Kamera. Eine hatte es ihm dabei ganz besonders angetan: Lotti Huber – Jüdin, KZ-Überlebende, Handleserin, Tänzerin, Übersetzerin, Lebenskünstlerin par excellence und damit das Zentrum unseres ersten Double-Features diesen Monat.
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AFFENGEIL – EINE REISE DURCH LOTTIS LEBEN (OV, 16mm)
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UNSERE LEICHEN LEBEN NOCH (OV, 16mm)
Mit Affengeil widmete Rosa seiner großen Entdeckung endlich einen eigenen Film: 87 Minuten geballte Lotti-Huber-Energie, die mal auf einem Besenstiel, mal als König von Ägypten, aber stets mit anarchischer Lust aus ihrem Leben erzählt. Was größtenteils verspielt daherkommt, kippt zwischendurch aber auch in ganz andere Töne – etwa wenn Lotti während der Dreharbeiten mit einem dahergelaufenen Altnazi kollidiert.
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Rosa lässt fünf Frauen, die in den 30er Jahren Karriere gemacht haben, eine Woche lang gemeinsam wohnen, lässt die Kamera dabei laufen – und nimmt somit sämtlichen Reality-Formaten 20 Jahre vor Entstehung ihr Konzept vorweg. Verwoben wird das Aufeinandersitzen der zwar sehr unterschiedlichen, aber allesamt exzentrischen Damen mit einer grotesken Kriminalgeschichte.









