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Impressionen Jam Session im September

Datum: Di., 06.10.26
Ort: Kufa-Areal
Zeit:
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Impressionen von der Jam Session am 17.9. im Kufa Café

Es ist der dritte Donnerstag im September 2026 im Kufa Café: Jam Session. Eigentlich sollte es um 19:00 Uhr losgehen, aber als es soweit ist, sitzen zwar viele Gäste mit einem Bier im Garten, um einen der vielleicht letzten warmen Abende dieses Jahres zu genießen, auf der niedrigen Bühne im Café selbst passiert hingegen noch nicht viel. Hier und da werden Kabel eingestöpselt und der Sound der Anlage eingepegelt. Dazu braucht man nicht mehr als ein Programm auf einem Laptop. 

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Dann wird ein Bass ausprobiert und langsam wird aus Aufbauen nahtlos Musikmachen. Jemand setzt sich an das digitale Drumkit, ein anderer gesellt sich mit seiner Gitarre dazu. Auf der linken Seite steht eine Kistentrommel, Cajón genannt, auf einem Tisch liegen diverse Instrumente herum, eine Maultrommel, eine Mundharmonika, Maracas, Egg Shaker, Klanghölzer, ein Tambourin mit Schellen, verschiedene Rasseln, eine Cowbell und andere nicht identifizierbare Dinge. Sie sind ein Angebot an die Musiker und Nichtmusiker, die sich heute hier eingefunden haben. Sie warten auf jemanden, der sie aufnimmt und sich einklinkt in die leichtfüßigen Gitarrentöne und den unaufgeregten Rhythmus.

Und genau das geschieht nach einem kleinen Umbau. Der Drummer ist nun an den Bass gewechselt, jemand anderes übernimmt die Gitarre, eine junge Frau hat sich der Drumbox angenommen, ein Mann entlockt einer Handpan warm-metallische Laute. Die Musik ist fast meditativ zu nennen, durchbrochen durch die phasenweise polyrhythmisch angeschlagene Drumbox. Eine Handpan ist ein seltsames Ding. Man könnte meinen, ein Ufo habe sich hierher verirrt, ein Ufo aus einem 50er Jahre SciFi-Film in schwarz-weiß. Der Klang, den man mit ihr produzieren kann, ist ebenso überirdisch; träumerisch, sphärisch. Die einzige Frau hat sich nun eine Maultrommel gegriffen und erzeugt mit ihr Töne, die mit dem üblichen Maultrommelsound nicht viel gemein hat. Wenn man nicht genau hinhört, könnte man meinen, jemand singe: fremdartig und in einer weich klingenden Sprache.

Danach steht sie an einem kleinen Synthesizer, während die Mitmusiker Pause machen. Es ist ein experimentelles Interludium aus unerwarteten Rhythmuswechseln und Akkordfolgen. Die Jungs mit den Saiteninstrumenten sind eher traditionell unterwegs: progrock-angehauchte Gitarrenläufe, geslappter Bass. 

Was auffällt, ist die freundliche Atmosphäre, es ist tatsächlich ein Miteinander, kein Gerangel, niemand versucht, sich in den Vordergrund zu spielen. Das Café ist gut gefüllt und im Publikum sind viele junge Menschen, eine größere Gruppe scheint der Freundeskreis einer der Musiker zu sein. Sie unterhalten sich, scherzen, die Musik ist Hintergrund. Und sie eignet sich auch sehr gut dafür, sie ist nicht aufdringlich, will nicht Show sein, sondern Spiel. Am Kicker vergnügen sich zwei Kids, deren Kleidung darauf schließen lässt, dass sie öfter im Slaughterhouse zu finden sind. Im Biergarten sitzt eine sehr große englisch-sprechende Gruppe in der Ecke. Studenten vielleicht, Young Professionals aus der Europa City oder junge internationale Touristen, die in einem der Moabiter Hostels übernachten. Es ist schön zu sehen, dass die Kulturfabrik eine Brücke sein kann zwischen dem „alten“ Berlin und dem „neuen“. 

Später stoßen auf der Bühne noch weitere Musiker dazu, ein Keyboard wird aufgebaut. Die Umbaupause ist lang, die Männer reden und lachen, aber das macht nichts. Das hier ist schließlich kein Konzert, wo es auf einen zackigen und reibungslosen Ablauf ankommt, sondern ein miteinander Musizieren. Nicht einmal das Zuhören steht im Fokus, sondern das Machen und das Kommunizieren. Und das gelingt gut an diesem Abend.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben, und auf ein baldiges Wiedersehen!

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